Die Universität Hamburg

Mit rund 41.000 Studierenden, darunter fast 5.000 internationale aus mehr als 130 Ländern, ist die Universität Hamburg eine der größten Universitäten Deutschlands. Mehr als 170 Studiengänge an acht Fakultäten bedienen die Disziplinen einer Volluniversität: Rechtswissenschaft; Wirtschafts- und Sozialwissenschaften; Medizin; Erziehungswissenschaft, Psychologie und Bewegungswissenschaft; Geisteswissenschaften sowie Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften.

Während ihre Wurzeln bis ins 17. Jahrhundert zurück reichen, erfolgte die tatsächliche Gründung der Universität Hamburg sehr viel später. Die Hamburger Bürgerschaft votierte am 28. März 1919 für ihre Gründung. Damit ist sie die erste demokratisch gegründete Universität in Deutschland. Der Kaufmann Edmund Siemers stiftete schon 1911 das spätere Hauptgebäude. Nobelpreisträger wie Otto Stern, Wolfgang Pauli, Isidor Rabi und Hans Jensen waren an der Hamburger Universität tätig und auch zahlreiche bekannte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wie Ernst Cassirer, Erwin Panofsky, Aby Warburg, William Stern, Agathe Lasch, Magdalene Schoch, Emil Artin, Karl Schiller, Lord Ralf Dahrendorf oder Carl Friedrich von Weizsäcker.

Der Universitätscampus liegt mitten in Hamburg, unweit der Alster und direkt am Bahnhof Hamburg-Dammtor. Weitere Einrichtungen sind das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), das Zentrum für Marine und Atmosphärische Wissenschaften (ZMAW) an der Bundesstraße, das Biozentrum in Klein Flottbek mit dem Botanischen Garten, die Sternwarte in Bergedorf, die Informatik in Stellingen und die Physikalischen Institute in Bahrenfeld, wo sich auch das Deutsche Elektronen-Synchrotron (DESY) befindet.

Mit der Gründung des Centrums für Naturkunde (CeNak) hat die Universität Hamburg im Mai 2014 ihrer naturkundlichen Sammlungen unter einem Dach vereint und zugleich das Ziel ins Auge gefasst, in Hamburg wieder ein Museums für Naturkunde zu etablieren. Derzeit sind im CeNak die wissenschaftlichen Sammlungen des Zoologischen Museums, des Geologisch-Paläontologischen Museums und des Mineralogische Museums zusammengefasst.

Die Universität Hamburg ist dem Konzept einer nachhaltigen Wissenschaft verpflichtet. Das „Kompetenzzentrum Nachhaltige Universität“ fungiert dabei als wissenschaftliche Plattform für interdisziplinäre Konzepte und Verfahren zur Nachhaltigkeit. Und über allem steht das Bekenntnis der Universität zum Leitmotiv über dem Eingang ihres vom Kaufmann Edmund Siemers gestifteten Hauptgebäudes: „Der Forschung | Der Lehre | Der Bildung“.

Studium

Erst im Zusammenspiel von Forschung und Lehre verwirklicht sich nachhaltige Bildung. Die Universität Hamburg legt besonderen Wert auf eine wissenschaftliche Ausbildung, deren Grundprinzipien das forschende Lernen und die Entwicklung der Studierenden zu souveränen Persönlichkeiten sind.

Neben klassischen Fächern wie Lehramt, Jura, Wirtschaftswissenschaften, Medizin oder Mathematik finden sich unter den mehr als 170 Studiengängen an der Universität Hamburg Angebote und Fächerkombinationen, die es nur sehr selten in Deutschland gibt. Dazu gehören zum Beispiel Tibetan Studies, Gebärdensprache, Holzwirtschaft, Internationale Kriminologie, Marine Ökosystem- und Fischereiwissenschaften oder Politics, Economics und Philosophie.

Auch die internationale Ausrichtung der Universität Hamburg spiegelt sich in ihrem Studienangebot wider, das z. B. englischsprachige Master wie European Studies and European Legal Studies, Industrial Mathematics , Polar and Marine Sciences und Journalism, Media and Globalisation oder das International M.A.-Program in South Asian Studies (IMSAS) umfasst. An der rechtswissenschaftlichen Fakultät ist zudem die China-EU School of Law (CESL) angesiedelt, ein einzigartiger Zusammenschluss von 13 europäischen und vier Chinesischen Universitäten und Bildungseinrichtungen.

Das internationale Netzwerk der Universität Hamburg ermöglicht es ihren Studierenden, an einer von mehr als 300 Hochschulen in über 70 Ländern Auslandserfahrungen zu sammeln. Ein eigenes Fachsprachenzentrum bereitet fachspezifisch auf das Auslandsstudium vor.

Weil die Basis für nachhaltige Bildung bereits während der Studienorientierung und in den ersten Semestern gelegt wird, gibt es an der Universität Hamburg das Universitätskolleg: Es ist die übergreifende Organisation für Projekte, die den Übergang von Schule zu Universität vorbereiten und die sich während des Studiums mit der Befähigung zum wissenschaftlichen Arbeiten befassen.

Forschung

Die 680 Professoren, rund 4.500 wissenschaftlichen Mitarbeiter sowie die 6.600 Mitarbeiter des technischen und Verwaltungspersonals (Stand 05/2015) tragen alle dazu bei, dass die Universität Hamburg das größte und vielfältigste Forschungszentrum Norddeutschlands ist.

Das Forschungsprofil der Universität Hamburg ist geprägt von herausragenden Einzelprojekten und von fächerübergreifenden Schwerpunkten. Die universitären Forschungsschwerpunkte „Klima, Erde, Umwelt“ und „Materie und Universum“ sind im Rahmen der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder jeweils mit einem Exzellenzcluster angereichert worden: „Integrated Climate System Analysis and Prediction“ (CliSAP, 2007) und „The Hamburg Centre for Ultrafast Imaging” (CUI, 2012). Weitere wichtige und erfolgreiche Forschungsschwerpunkte an der Universität Hamburg sind beispielsweise „Neurowissenschaften“, „Manuskriptforschung“, „Law and Economics“, „Heterogenität und Bildung“, „ Governance“ „Infektionsforschung“, „Gesundheitsökonomie“, sowie „Mehrsprachigkeit“. Weitere Verbundprojekte der Europäischen Union und des Bundes, DFG-geförderte Sonderforschungsbereiche, Forschergruppen und die Beteiligungen an zwei „International Max Planck Research Schools“ runden das Forschungsprofil der Universität Hamburg ab.

Zu den wichtigen Verbundpartnern der Universität zählen auch außeruniversitäre Forschungseinrichtungen wie das Deutsche Elektronen-Synchrotron (DESY), das Deutsche Klimarechenzentrum, das Helmholtz-Zentrum Geesthacht, verschiedene Max-Planck-Institute oder das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin.